Schmachten nach Schmuck – Inhorgenta 2019

Jenny ist neu im Team und war das erste Mal auf der Inhorgenta. Lest hier ihre Eindrücke!

Inhorgenta Munich 2019 (c) Messe München

Inhorgenta Munich 2019 (c) Messe München

Als ich nach zwei Tagen auf der Inhorgenta wieder zu Hause angekommen war, wurde mir natürlich die übliche Frage gestellt: „Und, wie war’s?“. Eine Frage, über die ich schon während der Zugfahrt ausgiebig sinniert hatte, und doch konnte ich nur ein simples „Schön.“ als Antwort geben. Denn wie soll man auch 1047 Einträge auf der Ausstellerliste, 6 riesige Messehallen und Tausende Menschen zu einer Small Talk-fähigen Antwort formulieren? Unendlich viele Eindrücke sind auf mich niedergeprasselt, die erst einmal sortiert werden wollten.

Big is always better – das dachte sich wahrscheinlich das Organisationsteam, denn egal wie viele Runden ich gelaufen bin, meine Orientierung war gleich Null. In den Hallen wurde jeder Meter genutzt und ein Stand war beeindruckender als der nächste. Ich hätte nicht erwartet, dass einige Hersteller so aufwändig präsentieren würden. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr auf einer Messe, sondern in einem Juweliergeschäft gelandet bin. Von offener Fläche bis hin zu sehr privaten Nischen war alles dabei. Durch die Vielfalt des Schmucks ebenso wie die unterschiedlichen Präsentationsmöglichkeiten bin ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen.

Inhorgenta Munich 2019 (c) Messe München

Inhorgenta Munich 2019 (c) Messe München

Der Schmuck an sich war ebenfalls wahnsinnig vielfältig. Klassisch, modern, pompös, filigran, komplett verrückt – jeder Stil war vertreten und jeder Stil hat beeindruckt. Dabei war ich nicht nur einigen Designs sehr zugetan, auch der Materialmix hat mich überrascht. Bisher hatte ich vorrangig nur die klassischen Materialien wie Gold und Silber im Kopf. Doch auch in diesem Bereich gab es einige Überraschungen: Beton und Papier? Warum eigentlich nicht. Es funktioniert und zeigt, wie verschieden die Visionen der Hersteller sind. Ein weiterer Aspekt, über den ich vor der Inhorgenta nicht allzu viel nachgedacht hatte, war die Verarbeitung und die Technik an sich. Durch einige Gespräche mit den Herstellern ist mir klar geworden, dass die Herstellung vieler Schmuckstücke ein echtes Handwerk und eine Kunst in sich ist. Diese Alternative kann man in Zeiten der industriell hergestellten Massenware schnell vergessen. Daher habe ich mir für die Zukunft vorgenommen, beim Schmuckkauf mehr hinter die Kulissen zu schauen. Zudem habe ich einige Stücke, die ich bisher nur von Bildern kannte, zum ersten Mal live gesehen. Da wurde mir schnell klar, dass nichts über dieses persönliche Erlebnis geht, wenn einem alle Raffinessen eines Schmuckstücks gezeigt werden und wenn man das Material fühlen kann. Erst dann kann sich (meiner Meinung nach) die volle Wirkung des Designs entfalten. Interessant war auch zu sehen, wie manche Hersteller über viele Jahre hinweg die Balance zwischen Stiltreue und Innovation gehalten haben. Das eigene Design beizubehalten und trotzdem nicht langweilig werden, verdient große Anerkennung.

Inhorgenta Munich 2019 (c) Messe München

Inhorgenta Munich 2019 (c) Messe München

Als ein eher zurückhaltender Mensch ziehe ich es vor, meine Umgebung erst einmal gründlich zu beobachten. Und auf der Inhorgenta gab es unglaublich viel zu beobachten! Neben dem Schmuck waren die Menschen für mich ein Highlight. Egal ob alt oder jung, Mann oder Frau, eins hatten alle gemeinsam: Sie waren todschick gekleidet. Perfekte Outfits, gepaart mit den funkelndsten Schmuckstücken. Jede Haarsträhne war an ihrem Platz, jeder Lipliner makellos gezogen, jeder Bart zur Perfektion getrimmt. Auf den ersten Blick wirkte das sehr einschüchternd, fast schon unwirklich. Doch die ersten Gespräche haben alle Annahmen gebrochen und bewiesen, dass es nichtsdestotrotz nur ganz normale, bodenständige Menschen sind. Es ist schon inspirierend zu hören, wie aus einer Vision eine funkelnde, diamantenbesetzte Wirklichkeit geworden ist und es ist spannend zu sehen, wer sich hinter einer Marke verbirgt. Die Gespräche sind dabei eine angenehme Mischung aus Persönlichem und Beruflichem – Networking, wie es im Buche steht.

Alles in Allem war meine erste Inhorgenta ein überwältigendes und sehr informatives Erlebnis. Ich denke jedoch, dass es einige Jahre braucht, bis man das Ausmaß der Messe richtig nutzen kann. Es war für mich eine wichtige Erfahrung, die mir tiefere Blicke in die Schmuck- und Pressewelt gewährt hat und aus denen ich viel gelernt habe. Ich bin gespannt auf das nächste Jahr!

Bilder: (c) Messe München

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