Uhrencheck: Sportliche Damenuhren

Schon längst wird sportliche Kleidung nicht allein bei der Steigerung der körperlichen Fitness getragen. Sportliche Mode trägt man gerne auch mal im Büro und im Alltag sowieso. Dass die Uhr sich dem modischen Outfit anpassen sollte, versteht sich fast von selbst und entsprechend groß ist die Auswahl in allen Preislagen. Im Uhrencheck haben wir vier Modelle unter die Lupe genommen.

Neben zwei Vertretern aus dem Fashion-Bereich (Kraftworxs Full Moon Ceramic Red und Marc Coblen MC42S3) haben wir zwei Modelle aus dem Einsteiger-Luxussegment getestet (Raymond Weil:Tango und Longines: Conquest Automatik).

Unsere Testerin Tanja R., selbst passionierte Sportlerin, hat die Uhren dabei sowohl im Büro als auch bei ihrer täglichen Jogging-Runde getragen. Das Gesamtfazit: Ein sportliches Design weisen alle vier auf. Für den Einsatz bei sportlichen Aktivitäten sind manche aber nur bedingt tauglich.

Alle vier Uhren wurden ausgiebig im Tragealltag getestet und mussten sich dabei auch bei verschiedenen sportlichen Aktivitäten bewähren. Oben: Raymond Weil Tango und Marc Coblen MC42S3; unten: Kraftworxs Full Moon Ceramic und Longines Conquest

 

Die Uhren im Einzelcheck:

Kraftworxs: Full Moon Ceramic Red (289 Euro)

Furios ist die relativ junge Marke Kraftworxs auf dem deutschen Markt gestartet. Die Kombination aus Keramikband und kräftigen Farben auf dem Zifferblatt ist ganz klar ein Fashionstatement und kommt an. Zum auffälligen Design kommt ein recht angenehmes Tragegefühl. Allerdings führt das Band Schweiß nur bedingt ab. Beim Joggen fühlte sich unsere Testerin daher nicht ganz wohl mit diesem Band. Zudem öffnete sich die Faltschließe der Uhr gelegentlich unabsichtlich – und eine Möglichkeit, die Federn der Mechanik nachzuspannen, gibt es nicht. Eine griffige und leichtgängige Krone erleichtert die Bedienung der Uhr. Ihre wahre Stärke entfaltet die Uhr erst in der Nacht. Dann leuchtet das Zifferblatt hell und sehr ausdauernd. Die Technik dahinter ist eine Neuheit in der Uhrenszene und macht die Uhr auch bei tiefster Dunkelheit mühelos ablesbar – bei Tag ist die Ablesbarkeit dagegen schlecht.

Fazit: Rechnet man eine durchtanzte Nacht in der Disco den sportlichen Aktivitäten zu, so hat die Kraftworxs hier ihre Heimat und wird dabei auf jeden Fall für Aufmerksamkeit sorgen.

  sehr modernes und auffälliges Design

↑ gute Bedienbarkeit

↔ gutes Tragegefühl, allerdings sammelt sich der Schweiß

↓ Ablesbarkeit in der Nacht exzellent, tagsüber schlecht

 Armband öffnet sich unabsichtlich

Longines: Conquest (830 Euro)

Logines: Conquest Automatik

Dass eine gut ablesbare Uhr nicht unbedingt groß sein muss, belegt Longines mit der Conquest. Keine 30 Millimeter misst ihr Durchmesser und dennoch ist die Uhrzeit immer klar und deutlich erkennbar. Band und Gehäuse liegen angenehm am Arm an und machen sich selbst bei intensiver sportlicher Aktivität in keiner Situation negativ bemerkbar. Dass die Uhr dabei auch ausreichend druckfest ist, macht sie zudem wassertauglich.

Durch das eigenständige, aber nicht allzu auffällige Design lässt sich die Uhr zu nahezu jedem Anlass und Outfit tragen. Die Verarbeitung ist exzellent und passt zum sportlichen Anspruch der Uhr. Das Schweizer Automatikwerk untermauert das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fazit: Mit der Conquest bietet Longines einen attraktiven Einstieg in die untere Luxusklasse. Der Zeitmesser ist in jedem Detail stimmig.

 exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis

 sehr gute Verarbeitung

eigenständiges, vielleicht aber etwas unauffälliges Design

 gute Sportuhr

↓ mäßige Ablesbarkeit

 

Marc Coblen: MC42S3 (169 Euro; Wechselelemente: Bänder je 36 Euro, Lünette 59 Euro)

Size matters! Auch Damen tragen längst nicht nur Uhren bis 35 Millimeter Durchmesser. Marc Coblen präsentiert mit 42 Millimetern einen echten Hingucker. Allerdings kann diese Größe und das damit verbundene Gewicht beim Sport auch stören. Im Alltag trägt sich die Uhr dafür sehr angenehm, wenngleich man sich an das Überstehen der Uhr an schmalen Handgelenken gewöhnen muss. Die Ablesbarkeit der Uhr ist in jedem Moment optimal.

Eine Besonderheit sind die Wechseloptionen für Bänder und Lünetten. Durch sie kann man die Optik der Uhr komplett verändern. Marc Coblen bietet dabei eine sehr große Auswahl an Elementen an. Beim Band erfolgt der Tausch schnell und problemlos. Für den Wechsel der Lünette sollte man sich dafür etwas Zeit lassen, da das Gewinde sehr fein gearbeitet ist und das Lösen der alten und Anziehen der neuen Lünette langwierig ist, bis der neue Ring fest sitzt.

Fazit: Keine reinrassige Sportuhr, auch wenn das Aussehen eine solche verspricht. Die Größe erleichtert zwar die Ablesbarkeit, wird aber in vielen Situationen als störend empfunden. Das Wechselsystem macht aus dem sportlichen Zeitmesser schnell eine Fashionuhr.

 sehr gute Ablesbarkeit

durch die Wechselelemente ans Outfit anpassbar

Bänder sehr angenehm zu tragen

↔ Lünettenwechsel erfordert etwas Geduld

↓ vor allem beim Sport stört die Größe

 

Raymond Weil: Tango

Raymond Weil: Tango (850 Euro)

Die sportliche Optik der Tango ist trotz ihres Durchmessers von 28 Millimetern unübersehbar – allein schon wegen der Nietenoptik der Lünette. Wohlausgewogene Proportionen sorgen für ein angenehmes Tragegefühl, gleichgültig, ob man die Uhr im Büro trägt oder beim Sport. Die gute Verarbeitung verspricht, dass die Tango dabei auch eine robustere Gangart verträgt.

Bei der Gestaltung der Uhr hätten die Designer ruhig etwas mehr Mut zur Moderne an den Tag legen dürfen. Besonders wenn direkt Licht auf das Zifferblatt fällt, ist ein schnelles Ablesen wegen der schwachen Kontraste kaum möglich. Eine bessere Entspiegelung würde hier helfen. Wer auf dieses Detail Wert legt, muss zu den Varianten mit helleren Zifferblättern und notgedrungen auf das edle und sehr markante Grau verzichten.

Fazit: Mit kleinen Abstrichen ist die Tango eine für jede Alltagssituation bestens taugliche Uhr. Das Design ist auf jeden Fall eigenständig, polarisiert aber stark.

 stets sehr angenehmes Tragegefühl

leichte Bedienbarkeit

gute Verarbeitung

↔ schönes, aber kein modernes Design

↓ wenig Kontraste, daher oft schlechte Ablesbarkeit

 

Fotos: Hersteller

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk ist erfahrener Uhrenredakteur. Wenn er nicht gerade über aktuelle Trends oder historische Aspekte der Zeitmessung recherchiert, beschäftigt er sich mit Höhlenforschung und der Geschichte des Stummfilms. Witold A. Michalczyk lebt am Rand der Schwäbischen Alb.

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1 Antwort

  1. Witold A. Michalczyk Witold A. Michalczyk sagt:

    Jetzt gibt es auch die Bilder zu den einzelnen Uhren. Die waren irgendwie in den Tiefen des Internets verschwunden.