Braun: Designklassiker – auch bei Uhren

Der Markenname Braun steht für Elektrokleingeräte mit hohem gestalterischem und technischem Anspruch. Seit Mitte der 1950er Jahre genossen die Geräte von Rasierern über Diaprojektoren und Küchenmaschinen bis hin zu Fernsehgeräten mit ihrer wegweisenden Designsprache auch international höchstes Ansehen. Die klare, puristische Linie, das Weglassen jeglichen nutzlosen Zierrats und ein zurückhaltender Einsatz von Farben werden heute weltweit mit deutschem Design gleichgesetzt. Und im revolutionären Design arbeitete modernste und oftmals innovative Technik. Das i-Tüpfelchen für den Erfolg war, dass die Produkte das Siegel „Made in Germany“ trugen, das bis heute international für viele Verbraucher ein Synonym für höchste Produktqualität ist.

Braun Damenuhr aus der Classic Collection (135 Euro)

Die Verantwortung für das Produktdesign hatte zwischen 1961 und 1995 Dieter Rams. Mit  seinem Namen verbinden sich zahlreiche Produkte, die Designgeschichte geschrieben haben und in zahlreichen Museen zu finden sind. Auch der Wecker „Voice Control“, der Mitte der 1980er Jahre auf den Markt kam zählt zu Kreationen, denn Braun war mit seinen Produkten natürlich auch im Uhrensektor vertreten. Zum sachlichen Design kam bei diesem Wecker ein spannendes technisches Gimmick: Denn das Wecksignal ließ sich auf Zuruf abschalten.

Einige Jahre lag die Verbindung von Zeitmessung und Braun brach. Doch seit etwa zwei Jahren gibt es in den Läden wieder verstärkt Uhren mit dem Braun-Signet zu sehen – sowohl Wecker und Wanduhren als auch Armbanduhren. Hergestellt werden sie in Lizenz von Zeon, dem größten britischen Uhrenhersteller, der neben Braun auch die Uhren von Ingersoll, Gant, Replay, Ed Hardy oder Obaku produziert.

Die Braun-Uhren des Jahres 2012 haben bis heute alle Gene behalten: Ein klares Zifferblatt sorgt bei den Analog-Uhren für gute Ablesbarkeit. Farben werden zurückhaltend eingesetzt und dienen allein der Verbesserung der Zeitdarstellung. Und im Innern gibt es stets einen modernen Quarzantrieb. Wecker sind ab etwa 25 Euro erhältlich. Der legendäre „Voice Control“ kostet knapp 30 Euro.

Die Armbanduhrenkollektion teilt sich in die vier Linien: Classic, Digital, Sport und Prestige ein. Die Preise beginnen bei knapp über 100 Euro, Digitalmodelle kosten knapp unter 200 Euro. Das Top-Modell aus der Prestige-Linie ist ab 499 Euro erhältlich.

Braun Prestige Collection (Schwarz mit Kautschukband und Stahl mit Stahlband; jeweils 575 Euro)

Letzteres beruht übrigens auf einem Modell der Uhrenmarke Ventura, die ebenfalls zum Zeon-Konglomerat gehört. Technik und Design stammen vom Team um Ventura-Mastermind Pierre Nobs und fügen sich nahtlos ins Braun-Konzept ein. Bobs hat für die Uhr beispielsweise die Easy-Scroll-Einstellung entwickelt. Mit ihr lassen sich wie bei einem konventionellen Zeitmesser alle Funktionen der Uhr über eine Krone einstellen – je nachdem muss man mal drehen und mal drücken. Was man jeweils tun muss, erklärt sich von selbst.

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk ist erfahrener Uhrenredakteur. Wenn er nicht gerade über aktuelle Trends oder historische Aspekte der Zeitmessung recherchiert, beschäftigt er sich mit Höhlenforschung und der Geschichte des Stummfilms. Witold A. Michalczyk lebt am Rand der Schwäbischen Alb.

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