Apple: Die Swiss Made Smartwatch?

Nach der kleinen Sommerpause sind bei uns eine Menge Meldungen aufgelaufen. Mit Sicherheit am spannendsten waren dabei jene Apples Smartwatch. Offiziell haben die Jungs aus Cupertino bislang noch nichts bestätigt, dementieren aber auch nicht mehr. Denn alle Anzeichen sprechen dafür, dass I-Watch (oder wie auch immer das Produkt heißen wird) noch in diesem Jahr ihre Premiere feiert. Und ganz typisch für Apple wird diese Uhr im gehobenen Preissegment platziert, dafür aber entsprechend hochwertige Technik enthalten. Und sie wird eventuell das Label Swiss Made tragen!

Bereits mit dem I-Phone hat Apple eine ganze Branche umgekrempelt. Gelingt dies auch mit einer Smartwatch?

Dafür sprechen mehrere Anzeichen: Bereits im März hat Hublot-Chef Jean-Claude Biver gegenüber der Schweizer Handelszeitung geäußert, Apple habe bei verschiedenen eidgenössischen Uhrenzulieferern versucht, Bestellungen aufzugeben. Zudem hätte Apple versucht, bei Hublot direkt Mitarbeiter abzuwerben – was indes nicht gelang. Dieses Vorgehen ergibt Sinn, denn Hublot ist eine der großen Innovationsschmieden der Schweizer Uhrenbranche. Das gilt auch für TAG Heuer, die zudem auch im Bereich Uhrenelektronik seit Jahren zu den Vorreitern gehören. Und just von dort kam auch dieser Tage die nächste Apple-Watch-Meldung: Anfang Juli bestätigte die TAG Heuer Spitze, das deren Vertriebsvizechef Patrick Pruniaux zukünftig Apple-Chef Tim Cook dessen Gehaltsscheck unterschreiben werde. Pruniaux ist der erste bekannte Wechsel aus der Schweizer Uhrenbranche zu Apple. Laut Gerüchten soll die I-Watch auch über Solarzellen aufgeladen werden können. Diese Funktion hat TAG Heuer übrigens in der jüngsten Generation seiner Merdiist-Handys integriert.

Zudem arbeiten mit Ryan Bailey und Jon Gale zwei Nike-Mitarbeiter seit kurzem bei Apple, die beide am Fuelband-Projekt des Sportartikelherstellers mitgearbeitet haben. Damit dürften die jüngst lancierten Gesundheits- und Fitnesfunktionen im Apple-Portfolio eines der Kernargumente für die I-Watch werden.

Alle Anzeichen sprechen also dafür, das die I-Watch the next big thing von Apple werden soll. Und das diese Uhr revolutionär sein muss, liegt allein an der Tatsache, dass Apple diesmal nicht zu den Vorreitern der Technik gehört: Samsung hat bereits die zweite Generation seiner Smartwatch auf dem Markt. Verschiedene andere Hersteller haben ebenfalls schon interessante Konzepte lanciert, über die wir euch demnächst berichten werden.

Nun die entscheidende Frage:

Würdet Ihr euch zum Smartphone noch eine Smartwatch kaufen?

Und bevor ihr gleich mit Nein antwortet, gebe ich zwei Dinge zu bedenken: 1. Wer hätte vor wenigen Jahren daran geglaubt, dass das I-Phone die mobile Kommunikation revolutioniert? 2. Als das erste Tablet von Apple lanciert wurde, sagten mir verschiedene Branchenkenner übereinstimmend, dass die tragbaren Mini-Computer den Status eines kleinen Nischenprodukts nie verlassen würden.
Auf euere Antworten bin ich schon gespannt.

 

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk ist erfahrener Uhrenredakteur. Wenn er nicht gerade über aktuelle Trends oder historische Aspekte der Zeitmessung recherchiert, beschäftigt er sich mit Höhlenforschung und der Geschichte des Stummfilms. Witold A. Michalczyk lebt am Rand der Schwäbischen Alb.

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