Louis Erard – Geheimtipp mit Tradition

In Deutschland gilt die Marke Louis Erard immer noch als Geheimtipp unter Uhrenfans. An Kollektion und Positionierung kann dieser Status nicht liegen. Denn das Unternehmen aus dem schweizerischen Le Noirmont führt in ihren mittlerweile fünf Linien ausschließlich mechanische Uhren für Damen und Herren, deren Design klassisch, modern und angenehm reduziert ist. Mit Preisen die bei knapp 500 Euro beginnen und bei etwa 3000 Euro enden – einzig Prestigemodelle mit Roségold-Gehäusen und Steinbesatz kosten auch mal bis 9000 Euro.
Das der Bekanntheitsgrad von Louis Erard heute nicht größer ist, liegt vor allem an der Geschichte der Marke. Denn in 38 von knapp 80 Jahren ihrer Existenz beschäftigte sich Louis Erard vornehmlich mit der Uhrenmontage für Dritte. Von dem in diesen Jahren erworbenen Know-how profitiert das Unternehmen bis heute.

Louis Erard Excellence Moon Phase Chronograph

 

Neustart im Jahr 2003

Das Jahr 2003 markiert den Neustart des Unternehmens. Gestützt von einer Gruppe von Privatinvestoren um Alain Spinedi wurde der Fokus wieder auf die Produktion von Uhren in der gehobenen Mittelklasse unter dem Namen Louis Erard gelegt. Dieser Maxime ist das Unternehmen bis heute treu geblieben und ist auch in den Boomjahren um 2007 und seit 2010 nicht der Versuchung erlegen, sich preislich nach oben zu orientieren. Das spricht für die Langfristigkeit des Projekts und ist eben auch möglich, weil das Unternehmen von Konzernen unabhängig arbeitet und auch nicht börsennotiert ist. Der Erfolg gibt dem kleinen Unternehmen mit insgesamt 26 Mitarbeitern recht: In den ersten acht Jahren nach dem Neustart wurden über 100 000 Uhren in den Werkstätten des Hauses gefertigt. Mit einem eigens entwickelten exklusiven Regulatormodul hat Louis Erard 2008 auch die Welt der Komplikationen betreten. Zudem hat Louis Erard mit dieser Entwicklung einer der klassischsten Uhrenkomplikationen einen modernen Touch gegeben.

Louis Erard Excellence Chronograph

Eine neue Linie zum Geburtstag

Im Jahr 2011 gesellte sich – passend zum 80. Geburtstag der Marke – zu den Linien Emotion, Héritage, Sportive und 1931 die neue Linie Excellence. Runde Gehäuse, klare weiße Zifferblätter mit Indexen und römischen Ziffern prägen das neoklassische Design dieser Kollektion. Mit Durchmessern von 36 Millimetern für die Damen- und 40 und 42 Millimetern für die Herrenmodelle zeigt sich die Linie bemerkenswert resistent gegen das Größenwachstum der vergangenen Jahre. Zu den Kollektions-Highlights bei den Herren gehört die Excellence mit Mondphase und Chronograph, die vom Kaliber Valjoux 7751 angetrieben wird. Mit einem Preis von 2419 Euro gehört sie zu den günstigsten Swiss Made-Modellen mit dieser Kombination von Komplikationen.

Bei den Damen ist der vom automatischen Eta 2094 angetriebene Chronograph ein Highlight. Zum sportlichen Ambiente des Zeitmesser gesellen sich hier elegante Details wie ein Perlmuttzifferblatt und eine von 70 Diamanten verzierte Lünette. Auch sie bietet mit 4219 Euro ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Witold A. Michalczyk

Witold A. Michalczyk ist erfahrener Uhrenredakteur. Wenn er nicht gerade über aktuelle Trends oder historische Aspekte der Zeitmessung recherchiert, beschäftigt er sich mit Höhlenforschung und der Geschichte des Stummfilms. Witold A. Michalczyk lebt am Rand der Schwäbischen Alb.

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