Uralte Handwerkskunst der Blattgoldherstellung wird in Schwabach gepflegt

Verarbeitung elastischer Goldfolie Bild: (c) Eckhard Pecher

Das Herstellen von Blattgold hat eine lange Tradition, bereits vor 5000 Jahren wurde hauchdünn geschlagenes Gold von den alten Ägyptern verarbeitet. Ihnen gelang es damals schon, Blätter herzustellen, die 0,003 bis 0,001 mm dünn waren. Ähnliche Fertigkeiten kannte man auch in Indien und China. In Deutschland entwickelte sich die Fertigkeit des Goldschlagens im Zentrum zwischen dem Städtedreieck Nürnberg, Fürth und Schwabach. Vor allem die Kessellage von Schwabach, der sandige Boden und damit die übers Jahr gesehene vergleichsweise niedrige Luftfeuchtigkeit sind gute Voraussetzungen, da Blattgold bei zu viel Wasser in der Luft leicht unansehnlich fleckig wird. Heute arbeiten rund ein halbes Dutzend Betriebe in Schwabach bei Nürnberg und versorgen den Weltmarkt. Ernst zu nehmende Wettbewerber gibt es in Italien, während Billiglohnländer in Fernost keine Rolle spielen. Auch wenn es vorwiegend industriell gefertigt wird, haben die hauchdünnen Feingoldscheibchen nichts von ihrer Faszination verloren. Aus zwei Kilogramm Gold lassen sich rund 100 000 Blättchen schlagen, eine Menge, die zum Vergolden von 550 m^² reichen.

Quelle: GZ

Titelbild: Stadtwappen der Stadt Schwabach

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Carsten Müller

Carsten Müller ist Journalist, Blogger seit 2005 und Herausgeber des JewelBLOGs. Hauptsächlich mit den trockenen Themen befasst, schreibt er in seinem privatem Blog vorrangig über Politik und hier im Jewelblog über die wirtschaftlich relevanten Aspekte der Branche.

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